Rabatte können Wunder wirken. Oder Geld verbrennen. Der Unterschied liegt darin, für wen und wann du sie einsetzt.
Viele Kursanbieter geben pauschal 10 % auf alles — weil es einfach ist. Dabei fließt ein Teil des Rabatts an Leute die ohnehin gebucht hätten. Das ist kein Marketing, das ist Einnahmenverlust.
Drei Strategien die funktionieren
1. Erstbuchungs-Angebot (mit Gutscheincode)
Das klarste Einsatzgebiet: Jemand kommt zum ersten Mal, zögert noch. Ein Gutscheincode für 15 % Rabatt auf die erste Buchung senkt die Hemmschwelle.
Warum nicht einfach 15 % auf alle Kurse? Weil dann auch Stammkunden den Rabatt nehmen die sowieso buchen würden. Der Gutscheincode macht den Unterschied: du kontrollierst wer ihn bekommt.
So setzt du es um:
- Rabattregel anlegen: 15 %, Typ "Aktions-Rabatt"
- Gutscheincode erstellen: z.B. "WILLKOMMEN15", max. 1 Einlösung pro Person
- Code im Newsletter, auf Social Media oder in deinem Buchungslink kommunizieren
Das Schöne: Du siehst genau wie oft der Code eingelöst wurde. Du weißt was das Angebot kostet und was es bringt.
2. Frühbucher-Rabatt (zeitgesteuert)
Bei Kursen mit langen Vorläufen — Intensivseminare, Kurs-Staffeln, Jahresworkshops — belohnt ein Frühbucher-Rabatt das frühe Commitment. Du füllst den Kurs vor dem Start, der Teilnehmer spart.
Wichtig dabei: Der Frühbucher-Rabatt ist an ein Datum gebunden, nicht an einen Code. Wer bis zum 15. Mai bucht zahlt 20 % weniger, danach voller Preis.
Das bedeutet: Wenn du Gutscheincodes für denselben Kurs ausgibst, die gleichzeitig mit dem Frühbucher-Rabatt gelten — aktiviere "Kombinierbar" nur wenn das wirklich gewollt ist. Sonst stapeln sich die Rabatte.
3. Treue-Aktion (gezielter Code für Stammkunden)
Stammkunden zu belohnen ist eine der effizientesten Marketingmaßnahmen. Kein Streuverlust, weil du weißt wer damit angesprochen wird.
Erstelle einen Code der nur für bestimmte Kurse gilt (z.B. "STAMMKUNDE20" mit max. 30 Einlösungen), und schick ihn per Newsletter oder E-Mail an deine aktiven Teilnehmer. Die Botschaft: Danke dass du dabei bist.
Das bindet stärker als Werbeanzeigen.
Was du vermeidest
Dauerrabatt für alle: Wenn immer jemand bei dir mit Rabatt kaufen kann, ist dein Normalpreis nicht mehr glaubwürdig. Rabatte verlieren ihre Wirkung wenn sie der Standard sind.
Unbegrenzte Codes ohne Kontrolle: Ein Code den du öffentlich postest und der unbegrenzt einlösbar ist, lädt zum Missbrauch ein. Setze Limits — entweder maximale Einlösungen gesamt oder 1 Einlösung pro Kunde.
Nachträgliche Rabattierung: Wenn ein Teilnehmer nach der Buchung fragt ob er nicht auch Rabatt bekommen kann, ist das unangenehm. Klare Kommunikation vorab verhindert das.
Gutscheine vs. Rabattregeln: Was ist der Unterschied?
In kursflow gibt es zwei Ebenen:
Rabattregel: Definiert die Höhe und Art des Nachlasses (z.B. 10 % auf alle Kurse, oder 5 € fest). Kann auch automatisch greifen (Frühbucher, Mengenrabatt).
Gutscheincode: Gibt jemandem Zugang zu einer Rabattregel — als Schlüssel. Ohne den Code kommt kein Rabatt. Mit dem Code kann der Rabatt eingelöst werden (solange er gültig ist und noch Einlösungen übrig sind).
Du kannst auch Rabattregeln ohne Gutscheincode haben — dann greifen sie automatisch für alle die die Bedingungen erfüllen (z.B. jeder der 3 Plätze auf einmal bucht). Das ist eine andere Strategie: nicht Codes verteilen sondern Anreize für Verhalten setzen.
Zahlen statt Prozente: Wann was sinnvoller ist
Prozentual (z.B. 10 %): Gut für teure Kurse. 10 % auf 200 € fühlen sich nach mehr an als 10 % auf 30 €. Für Kunden psychologisch attraktiv.
Fest (z.B. 5 €): Gut für günstige Kurse. "5 € Rabatt" klingt konkreter als "16,7 % Rabatt" auf 30 €. Einfacher zu kommunizieren.
Für Erstbucher bei einem 60 €-Yoga-Kurs funktioniert "10 € Rabatt auf deinen ersten Kurs" oft besser als "16 % Rabatt" — obwohl es dasselbe ist.
So behältst du den Überblick
In der Gutschein-Übersicht siehst du für jeden Code wie oft er eingelöst wurde und welche Buchungen damit verknüpft sind. Das macht Auswertung einfach: Hat die Sommerkampagne funktioniert? Welcher Code wird am meisten genutzt?
Über die Buchungsliste kannst du nach Gutscheincode filtern und alle zugehörigen Buchungen sehen — für den Steuerberater, für die eigene Auswertung oder um zu verstehen wer deine Angebote nutzt.
Gutscheine sind ein Werkzeug, kein Selbstläufer. Eingesetzt mit Plan bringen sie neue Kunden und stärken die Bindung zu bestehenden. Ohne Plan verbrennen sie nur Marge.
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